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El Torcal de Antequera

Die Stadt Antequera ist reich an Kultur und Wirtschaft. Das historische Ensemble besteht aus mehr als 50 Bauwerken und Gebäuden, die bis auf die Bronzezeit zurückgehen. Als Beispiel seien der Dolmen der Höhle La Menga, der Dolmen von Viera sowie der Dolmen von El Romeral genannt. Hoch über der Stadt thronen die Burganlage und die Basilika Santa María. Im Altstadtkern finden sich Stiftskirchen, Kirchen, Klöster, Paläste, Torbögen, Tore, Kapellen, Herrenhäuser und eine Festung. Besonders beeindruckend sind der Palast von Nájera (18. Jahrhundert), in dem heute das Gemeindemuseum untergebracht ist, das Kloster Las Catalinas und der Palast der Markgrafen von La Peña im Mudejar- und Renaissancestil. In der Umgebung empfiehlt sich besonders ein Besuch der Naturlandschaft El Torcal.

Mit seinen außergewöhnlichen Karstformationen gehört der Torcal de Antequera Park zu den beeindruckendsten Landschaften Spaniens. Neben Touristen zieht er auch Geologen und Botaniker an.

Vor 100 Million Jahren war das Gebiet vom Torcal de Antequera noch gänzlich vom Meer bedeckt. Durch Ablagerung von Sedimenten bildeten sich Schichten aus Kalkgestein. Eine allmähliche Anhebung der Erdkruste formte unter Beibehaltung der gestuften, waagerechten Schichten Hügel und Berge. Die Einwirkung von Wind und Wetter gestaltete hieraus eine wildzerklüftete Felslandschaft mit fantastischen Steingebilden (Erosion). Die Ursache für die Entstehung dieser ungewöhnlichen Formationen liegt in der unterschiedliche Beschaffenheit der Schichten. Je nach Festigkeit wird mehr oder weniger Material abgetragen.

El Torcal ist ein Ausläufer der bogenförmig verlaufenden Sierra Subbética und liegt in einer Höhe zwischen 1100 und 1400 m. Zerklüftete Felsen und Schluchten wechseln in stets neuer Gestalt einander ab. Hohe Säulen aus Steinplatten unterschiedlicher Größe sehen aus, als wären sie künstlich aufeinander gestapelt worden. Ganz unvermittelt sieht man ausgespülte Becken in ebenen Felsplatten.

Aufgrund des kargen Bodens und einer Beweidung durch Schafe findet sich nur eine spärliche Bodenvegetation, die von Strauchwerk und einzelnen Bäumen durchsetzt ist. Besonders im Frühjahr leuchten und duften die blühenden Wiesen. Im Park wurden 116 Arten von Wirbeltieren gezählt. Hierzu gehören 1 Amphibium, 11 Reptilien, 82 Vögel und 22 Arten von Säugetieren. Besonders erwähnenswert ist eine Gruppe von Iberiensteinböcken. Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer Tiere, vor allem Insekten, welche die Lebensgrundlage der Wirbeltiere darstellen. Die Fauna zählt mehr als 600 Arten von Pflanzen einschließlich 30 Arten von wilden Orchideen, von denen 6 exklusiv in El Torcal vorkommen.

Als öffentlich zugängliches Naturschutzgebiet ist El Torcal für Wanderer und Naturliebhaber ein interessanter Anziehungspunkt. Er zählt jährlich über 100.000 Besucher.

Zwei Wanderwege, die mit verschiedenen farbigen Pfeilen auf Holzstöcken gekennzeichnet sind, führen durch den Park. Da man sich in dem bizarren Felslabyrinth leicht verirren kann wird geraten, den Wanderwegen zu folgen. Die grüne Strecke ist die kürzeste und leichteste von 1,5 km Länge und dauert etwa eine Stunde hin und zurück und führt zum Talkessel (Torca de La Maceta). Die gelbe Route ist 2.5 km lang und führt zu Las Ventanillas in 1.200 m Höhe mit einem Panoramablick auf das Tal von Málaga. Da sich El Torcal deutlich über das umgebende Land erhebt hat man hier einen wunderbaren Rundumblick. Man sieht Villanueva de la Concepción und bei klarer Sicht die Berge von Malaga oder sogar das Mittelmeer. Festes Schuhwerk und bei Hitze ein Wasservorrat werden empfohlen.

Tourismus in Malaga

Die unermessliche Vielfalt der Natur in der Provinz Malaga bietet grossartige Kontraste: Von der Senke von Antequera mit ihren weiten, fruchtbaren Ebenen rings um die bizarren Felsformationen von El Torcal, bis hin zum beeindruckenden Gebirgsmassiv der Sierras de Tejeda y Almijara in Axarquia, über die legendäre Serrania de Ronda mit dem Flusstal des Genal und der Sierra de las Nieves als markante Punkte und die riesigen Obst- und Gemüseplantagen im Tal Guadalhorce bis hin zum Naturwunder, der Schlucht ‘Desfiladero de los Gaitanes’.

Vor solch einem Panorama ist es nicht verwunderlich, dass Malaga bei Tourismus im Landesinneren an erster Stelle von Andalusien steht. Außerdem können die meisten Dörfer über die Autobahnen der Provinz leicht erreicht werden, genau wie die Hauptstadt und die wichtigsten Gemeinden.

Praktisch das gesamte Landesinnere der Provinz Málaga unterliegt einer besonderen Umweltpflege und einem gewissenhaften Naturschutz. Auch die Tourismusindustrie hält sich an diese Vorschriften, wodurch anders als an der Küste eine Infrastruktur entwickelt wurde, die sich der Umgebung anpasst und Urlauber anziehen soll, die sich in unberührter Natur, weit weg vom geschäftigen Treiben in den Zentren, erholen wollen.

In allen Bezirken im Landesinneren der Provinz Malaga gibt es kleine und mittelgroße komfortable Hotels. Sie liegen inmitten herrlicher Landschaft und sind ideale Ausgangspunkte, um die wunderschöne Natur zu erkunden. Diese Hotels sind alte Landhäuser oder wunderschön restaurierte große Häuser, in denen der Umgang mit den Gästen sehr persönlich ist. Es gibt auch viele gemütliche Ferienwohnungen auf dem Land, die mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet sind und sich trotzdem den traditionellen andalusischen Charme erhalten haben. Genauso wurden Herrenhäuser und historische Gebäude, meist antike Paläste, in Hotels umgewandelt und verfügen nun über Klimaanlagen.

Natürlich verfügen diese Dörfer und besonders die Bezirkshauptstädte über ein bedeutendes historisches Erbe, das gemeinsam mit der wunderschönen Landschaft der Umgebung dazu beträgt, dass Besucher schon vorab Ausflüge ins Landesinnere einplanen, wenn sie ihren Urlaub an der Küste und nicht direkt in einem dieser pittoresken Dörfer verbringen.